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Apfelsorten - Boikenapfel
Synonyme und fremdsprachliche Bezeichnungen (1,4)
- Boiken-alma
- Boikovo jablonco
- Pomme boiken
- Zlatko boikena
„Riesenboiken“ ist eine eigenständige Sorte.
Bei „Neuhauser“, „Krautsander“ und
„Rehders Boiken“ handelt es sich um eigenständige
Formen des Boikenapfels, die jedoch vermutlich eigenständige
Sorten darstellen.
Abstammung und Verbreitung (1,5)
Zufallssämling aus dem Raum Bremen (Altes Land).
Wurde 1828 erstmals von Mag. Schröder (Hamburg) beschrieben.
Die Benennung soll auf einem Deichvogt im Bremer-Land (Boiken)
zurückgehen.
Wegen seiner Anspruchslosigkeit sehr weit verbreitet, mit
Schwerpunkt Norddeutschland, Küstennähe und Dänemark.
Löschnig weißt aber auch auf seine Verbreitung
im KuK österreichischen Raum hin, wo er 1912 in allen
Normalsortimenten aufscheint.
Allgemeines (1,2,3,4,5)
- sehr spät und langblühend; diploid
Standortansprüche (1)
- verträgt auch schwere Böden und gehört zu
den anspruchslosesten Apfelsorten, und bringt auch noch in
Apfelanbaugrenzlagen befriedigende Ergebnisse.
Auf warmtrockenen Standorten kann es allerdings zu Mehltau-
und Schorfproblemen kommen.
Anfälligkeiten
- Mehltau und Schorf (ausschließlich auf warm-trockenen
Standorten)
- Stippe und Schalenbräune auf zu wüchsigen Standorten
- empfindlich gegen Kupferspritzmittel
Widerstandsfähigkeit
- Früchte extrem windfest
- Holz und Blüte sehr frosthart
Positive Eigenschaften (1-5)
- Druckunempfindlich
- Langlebige Sorte die auch in ungünstigen Lagen ausreichend
gute Qualität bringt. Für Hausgarten und extensiven
Obstbau sind vor allem die lange Haltbarkeit, geringe Krankheitsanfälligkeit
von Bedeutung. Für alle Arten der Verwendung (Frischgenuss,
Saft, Most, Brand, Dörren, Konservieren) geeignet.
- Lager/Haltbarkeit: Im Naturlager ohne zu welken bis Mai/Juni
haltbar.
Negative Eigenschaften (1,2)
- spät einsetzender und unregelmäßiger, mittelhoher
Ertrag. Durch den geringen Furchtansatz ist die innere und
äußere Qualität der einzelnen Früchte
allerdings hoch.
- Löschnig erwähnt Probleme mit dem Apfelwickler
- Stippe- und Fleischbräune-empfindlich
- Kupferempfindlich
Verwechslung möglich mit (1,3,4)
- Weißer Winterkalvill
- London Pepping
- Landsberger Renette
Erkennbar an (4)
- Weite, tiefe Stielgrube
- blendend weißes, wein-süßfruchtiges, sortentypisches
Aroma
Literatur:
(1) G. Götz, R. Silbereisen: Obstsortenaltas; Ulmer Verlag;
Stuttgart 1989
(2) Müller-Bißmann: Deutschlands Obstsorten, Eckstein-Stähle
Verlag; Stuttgart 1905-1935
(3) H. Petzold: Apfelsorten; J. Neumann Verlag: Leipzig 1985;
Dritte Auflage
(4) W. Hartmann: Farbatlas Alte Obstsorten; Ulmer Verlag;
Stuttgart 2000
(5) J. Löschnig, H.M.Müller: Empfehlenswerte Obstsorten
(Normalsortiment für Niederösterreich); Wilhelm
Frick Verlag; Wien 1912
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