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Die richtige Wahl von Obstbäumen
Obstbäume lassen sich grob in zwei große
Gruppen einteilen: Zum einen gibt es die tropischen
Früchte, Mitglieder mehrerer Pflanzenfamilien,
hauptsächlich immergrüne und zumeist stattliche
Gewächse; zum anderen die Obstsorten der gemäßigten
Zonen. Die letzteren sind laubtragend und zumeist mit
der Rose verwandt. Die Zitrusfrüchte stellen ein
Bindeglied zwischen beiden Gruppen dar, denn sie sind
immergrün und haben sowohl Arten, die ein heißes
Klima mögen, wie auch solche, denen ein kühles
nicht schadet. Welche sollte man nun wählen?
Hier würde nun jeder die eigene
Lieblingspflanze nennen, aber man muss natürlich
das Klima in Rechnung stellen. So hat man zum Beispiel
wenig Freude, wenn man versucht, Mangos zu ziehen, wo
Frost zu erwarten ist, oder Kirschen, wenn man ihnen
nicht den kalten Winter geben kann, den sie brauchen.
Auch hat es keinen Zweck, jede beliebige Sorte zu wählen.
Da fast sämtliche Obstarten immer wieder von den
Gärtnern verschiedener Jahrhunderte gekreuzt und
veredelt worden sind, gibt es heute eine erstaunliche
Anzahl von Sorten.
Einige der tropischen Arten wie auch
die Zitrusfrucht lassen sich recht leicht aus Samen
ziehen, denn die Bäume sind sehr vital; aber die
daraus entstehenden Früchte sind in den meisten
Fällen von minderer Qualität. Die genannten
Sorten entstehen fast immer durch Pfropfung, und man
kann die gleiche Sorte mit jeweils verschiedenen Unterlagen
(Hochstämmen) erhalten. Durch die Wahl einer mehr
oder weniger vitalen Unterlage kann man die letztendliche
Baumgröße gewissermaßen maßschneidern.
Manchmal ist neben der Unterlage auch die Bodenbeschaffenheit
von entscheidender Bedeutung. Im Zweifel bittet man
den Händler um Rat und halte sich dabei vor Augen,
dass größer nicht notwendigerweise auch besser
heißen muss. Man könnte ja auch zwei kleinere
Bäume statt eines großen wählen. Auf
diese Art könnte man sowohl einen Essapfel als
auch eine Sorte zum Kochen erhalten oder die Ernte aufteilen,
indem man sich für eine frühreifende und eine
spätreifende Sorte entscheidet.
Bei den Früchten der gemäßigten
Zonen, insbesondere bei den Äpfeln, Birnen und
Süßkirschen, braucht man ohnehin zwei Baume,
da sie nicht selbstfertil sind. Somit brauchen die Blüten
die Pollen einer anderen Sorte, oder es gibt keine Fürchte.
Natürlich respektieren bestäubende Insekten
keine Zäune, also könnte der Partnerbaum sich
durchaus auch im Garten eines Nachbarn befinden. Man
könnte auch einen Zweig einer kompatiblen Sorte
auf den Hauptbaum aufpfropfen, muss dann aber sorgfältig
darauf achten, diesen beim Beschneiden nicht aus Versehen
zu entfernen.
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