Unfälle bei der Gartenarbeit vermeiden

Der Frühling hat gerade angefangen und damit beginnt für viele Hobbygärtner und -gärtnerinnen wieder die schönste Zeit des Jahres. Endlich kann man den Gemüsegarten oder die Blumenbeete für den Sommer herrichten.

Doch die Gartenarbeit ist nicht ganz ungefährlich, jährlich ereignen sich über 200.000 Unfälle beim entspannten Arbeiten im Grünen. Hohes Unfall- bzw. Gefährdungspotenzial geht dabei von den eingesetzten elektrischen Geräten wie Heckenschere, Rasenmäher oder Kantenschneider aus, und auch von Leitern.

1. Sicher auf der Leiter

Bei den meisten Unfällen werden diese beim Aufstellen und Anlegen am Baum oder an einer Wandfläche nicht richtig gesichert, d. h. viele achten nicht darauf, dass die Leiter fest an den Baum gelehnt ist oder stabil am Boden steht. Außerdem sollten Sie nur Leitern nehmen, die für den Garteneinsatz geeignet sind. Wenn Sie auf die Leiter steigen, achten Sie darauf, dass Sie mit beiden Beinen fest auf den Sprossen stehen, sich mit einer Hand festhalten und sich nicht zu weit nach rechts oder links lehnen, damit Sie nicht aus dem Gleichgewicht kommen und die Leiter umkippt.

Wenn Sie von Ihrem Ziel etwas zu weit weg sind, steigen Sie lieber nochmals von der Leiter ab und stellen sie neu an. Das ist deutlich sicherer. Und kontrollieren Sie regelmäßig die Leiter, ob sie z. B. defekte Sprossen hat. Auch durchbrechende Sprossen sind ein häufiger Unfallgrund.

2. Schützen Sie Ihre Hände

Legen Sie Wert darauf, bei der Gartenarbeit stabile Handschuhe zu tragen, denn Hautverletzungen, die in Berührung mit Gartenerde kommen, können Krankheitserreger aufnehmen. Und auch Gartenchemikalien und Geräte können zu Verletzungen an den Händen führen. Nutzen Sie Handschuhe aus innovativen Fasern, die die Feuchtigkeit nach außen transportieren, damit Ihre Haut dieser nicht allzu lange ausgesetzt ist. Denn feuchte Haut ist anfällig für Bakterien, Viren und Pilze.

3. Tragen Sie feste Schuhe

Tragen Sie beim Gärtnern oder Mähen festes, stabiles Schuhwerk, das Ihre Füße schützt. Feste, geschlossene Schuhe stabilisieren den Fuß und die Gefahr des Stolperns und Ausrutschens ist nicht mehr so groß wie mit Sandalen oder Flipflops. Außerdem sind Ihre Füße geschützter, wenn Ihnen ein fester, schwerer Gegenstand drauf fällt.

4. Schützen Sie Ihre Augen

Wenn Sie motorisierte Arbeit im Garten ausführen und es zum Spänenflug kommt, sollten Sie eine Schutzbrille tragen, damit Sie Ihre Augen nicht unnötigerweise verletzen oder Teilchen reinfliegen. Auch beim Einsatz von Gartenchemikalien sollten Sie eine Schutzbrille tragen.

5. Testen Sie elektrische Geräte vor dem Einsatz

Bevor Sie Ihre motorisierten Geräte wieder einsetzen, sollten Sie sie testen, ob sie noch nach der langen Winterpause richtig funktionieren. Bei Kabeln, Kabeltrommel usw. sollten die Isolierungen unbeschädigt sein. Greifen Sie bei Gerätedefekten nie in das laufende Gerät, sondern ziehen Sie vorher das Netzkabel. Und lassen Sie Reparaturen nur von Spezialisten ausführen, falls Sie selbst kaum oder keine Ahnung davon haben.

6. Sicherer Einsatz von Gartenchemikalien

Überlegen Sie sich, ob Sie wirklich Dünge- und Pflanzenschutzmittel in Ihrem Garten einsetzen müssen. Falls ja, verwenden und entsorgen Sie Gartenchemikalien nur nach Anleitung und halten Sie Kinder davon fern. Die Vergiftungsgefahr ist hier sehr hoch.

7. Tetanus- und Zeckenbissimpfung

Bedenken Sie, dass Sie sich bei der Gartenarbeit mit Tetanus bzw. dem Wundstarrkrampf infizieren können. Außerdem tummeln sich im Garten in niedrigem Gestrüpp auch Zecken. Fragen Sie bei Ihrem Arzt daher nach einer Auffrischung Ihrer Tetanus-Impfung und informieren Sie sich, wie Sie sich am besten vor Zeckenbissen schützen können.

8. Arbeiten Sie rückenschonend

Auch Bandscheibenvorfälle lauern im Garten. Versuchen Sie daher, eine ständig gebückte Arbeitshaltung zu vermeiden und setzen Sie Tragehilfen wie den Sackkarren beim Transport von schweren Säcken oder Gartenkübeln ein.

9.  Vermeiden Sie Stress

Gartenarbeit soll Ihnen Entspannung und Erholung bringen und keinen Stress. Machen Sie sich daher am besten keinen unnötigen Leistungsdruck bei der Arbeit. Was Sie heute oder morgen nicht schaffen, schaffen Sie dann ein paar Tage später bestimmt.

Private Unfallversicherung schützt vor finanziellen Schäden

Auch wenn Sie diese Tipps zur Vermeidung von Gartenunfällen befolgen, so wird es immer wieder Unfälle beim Gärtnern, Pflanzen, Mähen, Sägen oder Ernten geben. Daher ist es für leidenschaftliche Hobbygärtner und -gärtnerinnen auch empfehlenswert, eine private Unfallversicherung abzuschließen, denn die gesetzliche Unfallversicherung springt bei Gartenunfällen, die zu den privaten Unfällen gehören, nicht ein.

Mit der Kapitalleistung der privaten Unfallversicherung können dann auch eventuell notwendige Rehabilitationsmaßnahmen finanziert werden. Für ältere Menschen gibt es in diesem Fall besondere Policen, die die Versorgung im Alltag nach einem Unfall sicherstellen.

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